Taekwondo im TV Emmering

Taekwondo Emmering

TAEKWONDO

Wurzeln des modernen Taekwondo

Die Wurzeln des Taekwondo reichen über 2000 Jahre zurück. In ihrer modernen Form besteht die aus Korea stammende Kampfkunst seit 1955. In diesem Jahr wurden die verschiedenen Taekwondo-Stile unter der Leitung von Großmeister Choi Hong Hi zusammengefasst und neu strukturiert.

Im Jahr 1966 wurde ein sechsköpfiges Demonstrationsteam von der koreanischen Regierung zusammengestellt, das Taekwondo in der westlichen Welt bekannt machen sollte. Einer der Mitglieder dieser Abordnung war Großmeister Kwon, Jae-Hwa. Noch während dieser Reise verschreibt sich Kwon, Jae-Hwa dem Ziel Taekwondo in Europa zu verbreiten. Er gründete die erste deutsche Taekwondo Schule in München-Schwabing in der Kaiserstraße 7 im Oktober 1966 (Bild: Klaus Haggenmüller mit Großmeister Kwon, Jae-Hwa in München am Standort der ersten Schule, 50 Jahre später).Im Jahre 1972 wurde er offizieller Bundestrainer der Sektion Taekwondo im Deutschen Judo Bund, aus der 1980 die Deutsche Taekwondo Union e.V. (DTU) als nationaler Spitzenverband für (olympisches) Taekwondo hervorging. Robert Förg und Klaus Haggenmüller wurden zum 1. DAN von Großmeister Kwon, Jae-Hwa in seiner Taekwondo Schule in Portland (USA) geprüft (Bild: Portland, Oregon, Verleihung des 1. DAN im traditionellen Taekwondo).


Taekwondo heute

Heute ist Taekwondo weltweit in der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannten World Taekwondo Federation (WTF) organisiert und ist seit den olympischen Spielen 2000 in Sydney als vollwertige Disziplin vertreten. Die DTU ist Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Europäischen Taekwondo Union (ETU) und Mitglied der World Taekwondo Federation (WTF). Unser Landesverband, dem auch der TV Emmering angehört, ist die Bayerische Taekwondo Union (BTU) und als Mitglied im Bayerischen Landessportverband (BLSV) der einzige in Bayern anerkannte Fachsportverband für Taekwondo (Bild: Klaus Haggenmüller nach der Anerkennungsprüfung zum 1. DAN der DTU mit Bundesprüfungsreferent Wilfried Pixner). Neben den über dieses Verbandswesen organisierten Schulen und Vereinen gibt es noch eine Vielzahl von nicht organisierten und dadurch auch über die Landessportverbände nicht registrierten und nicht versicherten Taekwondo Schulen (mehr zum Thema Versicherung auf www.blsv.de unter Download).


Bedeutung des Namens

Die Grundlage der Kampfkunst Taekwondo kann man aus ihrem Namen entnehmen. Tae heißt "springen/treten" und weist auf die spektakulären Beintechniken des Taekwondo hin (Bild: Das koreanische Schriftzeichen für Fuß). Kwon bedeutet wörtlich übersetzt "Faust" und steht für die effektiven Taekwondo Faust- und Armtechniken (Bild: Das koreanische Schriftzeichen für Faust). Der "Weg" Do unterstreicht den geistigen Gehalt des Taekwondo. Weg ist hier im philosophischen Sinne zu verstehen (Bild: Das koreanische Zeichen für Erleuchtung). Dies kann nach der buddhistischen Auffassung der Weg zur Erleuchtung bedeuten oder im europäischen Denken, die Entwicklung der charakterlichen Reife. Taekwondo versteht sich somit nicht allein als Kampfsport, sondern ausdrücklich als Möglichkeit, die charakterlichen Eigenschaften vor allem bei Kindern und Jugendlichen positiv zu beeinflussen.


Die Disziplinen im Taekwondo

Taekwondo besteht aus vier Disziplinen. Die Grundlage bildet die Schattenkampfform oder Formenlauf, durch die der Taekwondo-Sportler lernt, die Basistechniken des Taekwondo exakt auszuführen. Der Formenlauf als ein Kampf auf der symbolischen Ebene wird auch als Wettkampfdisziplin praktiziert und kann unabhängig vom Alter oder der körperlichen Konstitution betrieben werden. Die zweite Disziplin des Taekwondo ist der moderne Zweikampf. Diese Wettkampfvariante des Taekwondo wurde bereits bei den Olympischen Spielen in Seoul und Barcelona vorgestellt und war bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney als vollwertige Disziplin vertreten. Die spezifische Taekwondo-Selbstverteidigung gibt dem Taekwondo-Sportler die Möglichkeit, sich wirkungsvoll gegen unbewaffnete und bewaffnete Angriffe zu verteidigen. Diese Form der Selbstverteidigung eignet sich auch hervorragend für Frauen. Gleichzeitig vermittelt die Fallschule Techniken, die Verletzungen bei Stürzen reduzieren. Die vierte Disziplin des Taekwondo ist der Bruchtest. Hier soll die Perfektion der Technik und die geistige Einstellung überprüft werden. In der Regel werden dicke Fichtenbretter verwendet und mit Händen, Armen oder Füßen gebrochen.


Partnerschaftliches Training

Traditionell wird Taekwondo in vielen Vereinen, insbesondere bei denen, die nicht der DTU angehören, immer noch nach der klassischen koreanischen meisterzentrierten Lehrweise unterrichtet. Diese Art der Vermittlung und der Führungsstil entsprechen der Mentalität, der Philosophie und der gesellschaftlichen Struktur des koreanischen Volkes. Wegen der anderen soziokulturellen Voraussetzungen sind wir der Meinung, dass statt eines hierarchischen ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schülern angestrebt werden muss.


Philipp Haggenmüller, Klaus Haggenmüller und Robert Förg

Taekwondo Emmering

Emmering, 26.05.2017